FAQ

Warum soll ich einen Kreativen Schreibworkshop besuchen?

Wenn du Journalist*in oder Sprachlehrer*in bist, brennst du vielleicht darauf, kein(e) Textsoldat*in mehr zu sein, sondern wieder kreativer mit der Sprache umzugehen und dich aus sprachlichen Mustern oder Formulierungszwängen zu befreien. Besonders empfehlen kann ich dir die sprachspielerischen Anregungen, bei denen wir lustvoll Grammatikregeln brechen, sei es auf der Syntax- oder Wortschatzebene. (Siehe auch den Workshop: „Schreiben – ein intransitives Verb“)

Wieder mehr aus dem Vollen zu schöpfen und verschiedene sprachliche Register zu ziehen, auch wieder mehr Mut zur Lücke zu haben, könnten Ziele für dich im Workshop sein.

Vielleicht arbeitest du für eine NGO, eine Stiftung oder eine kirchliche Organisation und musst persönliche E-Mails und Briefe verfassen. Du fühlst dich unsicher, weil du sensible Inhalte transportieren musst und nicht weisst, wie deine Texte beim Empfänger ankommen?
Dir empfehle ich Miniaturen, Tempotexte oder Haikus. So kommst du schnell zu schönen Sprachbildern, die deine Korrespondenz von der Masse abheben.
Ziele für dich im Workshop könnten sein, zu erkennen, dass deine Worte tragen und so beim Publikum ankommen, wie du es gemeint hast. Dein Schreiber-Ich gewinnt an Sicherheit.

Eventuell bist du bereits Autorin, hast schon veröffentlicht oder würdest gern veröffentlichen, hast aber zu wenig Disziplin oder lässt dich zu Hause zu schnell ablenken?  Ein Papierschiffchen-Workshop kann dir helfen, dir klarer darüber zu werden, was für ein Schreibtyp du bist, was für Schreibrituale dir wichtig sind, und ob du an deinem Zeitmanagment etwas ändern musst. Ein Ziel von dir könnte sein, dich besser zu vernetzen und den Literaturmarkt kennen zu lernen, zum Beispiel worauf man bei der Verlagssuche achten sollte.

Wichtig: Bitte bei der Anmeldung immer angeben, was dein persönliches Ziel für den Workshop ist. So kann ich individueller auf deine Wünsche eingehen. Für viele handwerkliche Fragen, die sich vielleicht während des Workshops ergeben (zum Beispiel wie man gute Dialoge schreibt oder was wichtig ist bei der Wahl der Perspektive) kann ich auch spontan eingehen und euch vorgefertigtes Material dazu abgeben.

Anmeldungen unter: edith.truninger@gmail.com


Wie läuft so ein kreativer Schreibnachmittag genau ab?

Meistens steigen wir mit einer kleineren Aufwärmübung ein. Vielleicht teile ich euch je ein Bild aus mit einem Ort (Baumhaus, Strand, Wald) und ihr sollt die Umgebung weiterdenken: Was ist da noch? Wo liegt das? Wer wohnt da? Welche Gerüche sind da, welche Tierlaute kann man hören, wie ist das Klima? In dieser ersten Phase schreiben wir maximal eine Viertelstunde. Darauf folgt eine Vorleserunde. Jede Person kann selbst entscheiden, ob sie den Text vorlesen möchte.

Als nächstes gebe ich euch die längere Schreibaufgabe, sie dauert 25 Minuten. Ich gebe euch wiederum Bilder, auf denen gerade ein Verbrechen passiert sein könnte. Es sind zwei Täter Innen (Thelma und Louise), die unabhängig voneinander verhört werden. Thelma beschreibt den Vorgang sehr sachlich („Ich nahm seine Pistole und schoss ihm zwei Kugeln in die Brust“) Während Selma es viel emotionaler erzählt: „Mein Herz schlug bis zum Hals, meine Finger zitterten, aber ich griff nach seiner Pistole, platzierte meinen Zeigefinger auf dem kalten Revolver, zielte und feuerte. Einmal. Zweimal.)

Vorleserunde und Besprechung. Welche Version gefällt euch besser? Welche ist glaubwürdiger? Welche passt in welcher Situation besser? Und: Wer wird eher inhaftiert?

Muss ich vorlesen, was ich geschrieben habe?

Niemand muss vorlesen. Wenn die Gruppendynamik stimmt, wirst du von alleine Lust bekommen, deinen Text vorzulesen und ihn zur Diskussion zu stellen.
Und natürlich: Was in der Gruppe geteilt wird, bleibt in der Gruppe. Schreiber*innenehrensache.

Was ist der Unterschied zwischen Feedback und Kritik?

Das Feedback ist eine persönliche Herangehensweise, die Kritik eine sachliche Herangehensweise. Beiden ist gemeinsam, dass wir auf der Metaebene über Texte sprechen. In meinen Kursen und Workshops geben wir uns normalerweise Feedback, ausser jemand wünscht explizit eine Kritik.
Wichtige Fragen fürs Feedback: Was macht der Text mit mir? Was hat er mit mir zu tun?

Was ist die wichtigste Regel für das Feedback?

Texte sind wie frisch geborene Kinder! Ein achtsamer Umgang mit ihnen ist deshalb selbstverständlich.


Warum braucht es Feedback?

Feedback als Methode ist wichtig, weil es das Wirksamwerden des Textes im anderen, der zuhört oder liest, feststellt und einholt. Jede Person, die Feedback gibt, spricht aus ihrer eigenen Perspektive, über das, was er/sie gehört und wahrgenommen hat. Auf diese Weise erhält der Text eine neue Funktion. Er ist die Kontaktfläche zwischen einer Person und anderen Personen. Manchmal sind wir zu nah dran an dem, was wir schreiben, deshalb ist eine Aussenperspektive so unabdingbar.


Was macht einen guten Text aus?

Auf der emotionalen Ebene: ein Text, der mich berührt, der mir etwas sagt, mit dem ich mich identifizieren kann, der mich unterhält.

Auf der handwerklichen Ebene: Ein Text mit einer ungewöhnlichen, poetischen Sprache. Ein Text, der Klischees vermeidet und neue, treffende Metaphern / Beschreibungen bringt. Der Altbekanntes in neue Zusammenhänge stellt, der Sichtbares auch mal klingen oder Geräusche nach etwas schmecken lässt … Ein Text, der lebendige Verben verwendet und Dinge konkret benennt, zum Beispiel: statt Das Essen schmeckte scharf – Die Peperoni brannte auf meiner Zunge. Statt Adverbien und Adjektiven lieber das passende Verb verwenden: Er bewegte sich schlängelnd durch die Menge – er schlängelte sich zwischen den Menschen hindurch.

 

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