Pantoffelheldin

Tandemvelo fahren: Eins um jeden Preis

Die Veloroute Nummer 45 (Wyland-Downtown) von Veloland Schweiz hat früher direkt an meinem Haus vorbeigeführt. Im Sommer sind sie jeweils in Scharen vorüberpedalt – stille Einzelkämpfer im Velotrikot nach dem Feierabend, gemächlich in die Pedale tretende Eltern mit ihren wild strampelnden Kindern übers Wochenende. Als wahre Chillerin fläze ich mich im Gartenstuhl und schenke den Freizeit-Radlern kaum Beachtung. Nur auf Paaren mit Tandemvelos verweilt mein Blick etwas länger. Fröhlich und selbstzufrieden lustwandeln sie des Wegs und sind dabei vor allem eins: Ja eben eins.

Einssein um jeden Preis – ist das wirklich sogar noch auf dem Velo erstrebenswert? Eine Vespa ist cool, ein Tandemvelo sieht lächerlich aus – wobei Lächerlichkeit im Doppelpack den Effekt noch potenziert. Die Feministin in mir meldet sich mit Furios: Ein Tandem ist Aufgabenverteilung auf gleicher Augenhöhe! Ganz im Unterschied zu einem Motorrad oder einer Vespa, wo der vorne bestimmt, wo’s langgeht. Achtung Denkfehler: Auch beim Tandem bestimmt einer, wo’s langgeht. Und der hinten muss trotzdem seinen Beitrag leisten. Gleiche Pflichten, aber nicht die gleichen Rechte. Da macht es sich die Pantoffelheldin doch viel lieber hinten gemütlich und legt die Beine hoch. Soll sich doch der andere abstrampeln! Weck mich, wenn wir angekommen sind.

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