Der rosarote Ponyfurz

Es war der dreissigste Geburtstag einer meiner Freunde, der alles veränderte. Zum Spass hatte jemand Rauchkugeln mitgenommen, die im Verlauf des Abends gezündet wurden. Einer war knallrosa, und jemand rief aus: «Das sieht ja aus wie ein rosaroter Ponyfurz!» Wir lachten uns halb kaputt über diese Bemerkung, doch das Lachen sollte uns noch vergehen. Denn seither ist der rosarote Ponyfurz in unser Leben eingekehrt. Er symbolisiert das in Watte gepackte Kleinfamilienparadies, in das sich jetzt immer mehr meiner Freunde begeben. Es kommen die Kinder, und alles verändert sich. Plötzlich flattern Bruncheinladungen ins Haus. Beginn sonntags um elf Uhr. «An einem Sonntag um elf schlafe ich noch!», empören wir Kinderlosen uns. Und noch vor wenigen Jahren – wenn nicht Monaten – hätten sie es noch genauso gemacht. Aus Schlafmützen sind liebevolle und engagierte Mütter und Väter geworden. Ich nehme an, ich werde mich daran gewöhnen müssen. Vielleicht ist es ja sogar schön. Ich möchte dieses neue Abenteuer auch unbedingt mit meinen Freunden teilen, was mich allerdings nicht davon abhalten wird, auch in Zukunft sonntags auszuschlafen. Und so ertappe ich mich dabei, wie ich mich im Stillen freue, wenn Lockenkopf am Frauenabend ins Lokal stürmt und ausruft: «Die Kleine ist so etwas von anstrengend im Moment. Wo ist der Alkohol?»

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