Mix zwischen Roman und Thriller

Ich freue mich über diese tolle Rezension!

Truningers Buch „Ein Augenblick im Wind“ gefiel mir sehr gut. Mit einem Mix von Roman und Thriller gelingt der Autorin durchgängige Spannung, die einem fast nicht mehr loslässt. Meisterhaft, wie sie mit wenigen Worten lebendige und farbige Bilder skizziert. Nebenbei evoziert  sie noch neurale Gerüche aus den engen historischen Bazars, Kaffeestuben und quallvollen Stuben für die Wasserpfeifenraucher. Mit beinahe asketischer Wortknappheit gelingt ihr die Fiktion eines prallgefüllten Raumes. Setzung treffender Adjektive immer massvoll, nie überflüssig, nie schwülstig. Konsequent vermeidet sie bei Nebensätzen sperrige Partikel wie zum Beispiel „weil“, „dass“, „oder“. Wo ein Punkt den Rhythmus pfählt, plätschert hier ein leichter Wortfluss ins Geschehen runter. Der Text ist logisch aufgebaut und erreicht den Höhepunkt mit dem ägyptischen Frühling 2011 beim Tahrirplatz in Kairo. Szenenwechsel sind als Kapitel markiert. Insgesamt ist der Textinhalt gut temperiert mit klarer Stilkontinuität. Das Buch habe ich bis zuletzt mit Spannung gelesen. Nebenbei erfährt man einiges über Leben, Kultur und Geschichte Ägyptens. Über einzigartige Gegenden wie die Siwa Wüste mit ihren paradiesischen Oasen, über das Marsa Matruh Sandmeer, aber auch über das schreckliche Katara Gefängnis inmitten der Westwüste von Ägypten. Eine Bereicherung ist zusätzlich das ägyptische Glossar mit Übersetzung in die deutsche Sprache.

 Dr. Rudolf Sägesser

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