Matrosenleben

Er legt den Kopf in den Nacken und lacht, die Matrosenmütze rutscht nach hinten, er greift nach ihr und schiebt sie zurück auf den Kopf, sein Bärentöterlachen nimmt mich gefangen, seine Hände sind warm und stark, ich möchte von ihm gehalten, nur noch gehalten werden. Die Liebe ein Rausch, vernebelt sie mir das Gehirn, die Glückshormone sind mit ihm über das Meer gekommen, gut verpackt in einer schweren Holzkiste, doch ich habe den Schlüssel gefunden, das Holz ist morsch, «wir segeln zusammen um die Welt», höre ich mich in den Telefonhörer sagen, wickle das Kabel des Münzapparates um meinen Zeigefinger, meine Mutter am anderen Ende der Leitung japst nach Luft. In den Ecken stinkt es nach Urin, die verwinkelten Hafengässchen ein Labyrinth. Ich bin ihm verfallen und seine Liebe knebelt mich. Im Kerzenschein essen wir Dosenfutter, die Wellen glucksen, zum Geburtstag zimmere ich ihm einen Tisch aus alten Schiffsplanken. «Das Meer murmelt seine Geschichten», sagt er und streichelt mir über die Wange, lächelt. «Kannst du es auch hören?» Ich blicke ihn an, nicke schnell, meine Wangen glühen.

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