Kopfsteinpflaster

Die Sonne blendet mich, mit der rechten Hand schirme ich die Augen ab, mit der anderen führe ich die Dattel zum Mund, koste ihre Süsse. Meine Lider schmerzen, der Singsang von arabischen Totengesängen widerhallt an den Hauswänden, ich stolpere, auf dem Kopfsteinpflaster schlage ich mir das Knie blutig. Ich krümme mich, auf allen Vieren krieche ich weiter, suche blind nach Halt, schürfe mir die Handflächen auf, Steinchen dringen in die Wunde ein, aber ich achte nicht darauf, spüre keinen Schmerz. Mit aller Kraft stemme ich mich weiter. Nur nicht anhalten. Wenn ich jetzt aufgebe, stehe ich nie mehr auf. Ich muss leben. Überleben.

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