Häuser, in denen wir aufwachsen

Häuser, in denen wir aufwachsen, sind besondere Häuser. Sie bieten uns den ersten Schutz vor der Welt, vermitteln uns ein Urgefühl von Sicherheit. Gleichzeitig dienen sie uns als Ort, wo wir lernen, gesellig zu sein und zu teilen. Häuser, in denen wir aufwachsen, «gehören» uns, manchmal ein Leben lang. Vielleicht hat das Haus, das uns gehört, eine offene Galerie, eine knarrende Treppe oder eine gemütliche, holzgetäfelte Küche. Irgendein Merkmal, das charakteristisch ist und es zu einem lebendigen Organismus macht. Zu einem Haus, das atmet; eine Seele hat. Der Archetyp eines Hauses wird für mich immer ein Haus mit Giebeldach sein. Mit einem grossen Dach und einem verwinkelten Dachboden, wo du als Kind stundenlang Verstecken gespielt hast.

Doch die Bauweise der Häuser unterscheidet sich je nach Kultur und Klima. Für die meisten Menschen dürfte daher ein Flachdachbau der Urtyp eines Hauses sein. Vielleicht ist es aber in anderen Kulturen gar nicht sosehr der Ort, sondern der Mensch, über den man sein Zugehörigkeitsbedürfnis bindet. Unter Menschen vom gleichen Stamm werden keine Erwartungen an dich gestellt, du musst dich nicht beweisen. Das Recht, ein Teil des Organismus zu sein, ist dein Geburtsrecht und kann dir nicht abgesprochen werden. Anders als im Job oder in Beziehungen, wo du meinst, dich ständig neu bewähren zu müssen. Diesen Anspruch hast du nicht zuletzt auch an dich selbst. Sich in den Schoss der eigenen Familie fallen zu lassen ist manchmal nichts anderes als dringend benötigte Ferien von sich selbst.

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